In Mexiko herrscht ein blutiger Konflikt mit den Drogenkartellen. Und die Drogenbosse ermorden auch immer häufiger kritische Journalisten. Die reagieren mit Selbstzensur oder Exil – und entdecken das Web als Organ für offene Worte.
“Ich bin der Boss aller Bosse”, singt die mexikanische Band Los Tigres del Norte. “Jeder kennt mich und jeder respektiert mich. Mein Name wird trotzdem nie in der Zeitung stehen, denn was in die Medien gerät, entscheide ich.”
Das Lied ist eine ironische Hommage an den größten mexikanischen Drogenboss: Miguel Angel Felix Gallardo, genannt der Herr der Himmel. Es beschreibt, wie der Drogenkonflikt die mexikanische Kultur und die Medien prägen. Das Lied ist aus dem Jahr 1997, und es ist aktueller denn je: Denn der Einfluss der Kartelle auf die Medien wächst und die Zahl der Übergriffe auf Journalisten steigt: In zehn Jahren wurden über 60 Medienschaffende ermordet, 13 gelten als vermisst. Wer in das Visier der Narcos, der mexikanischen Drogenmafia, gerät, der lebt in großer Gefahr, sagt Jaime Martinez Ochoa.
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