Wenn der Patient ausrastet

hausbesuch-104~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647Viele Ärzte haben ein ungutes Gefühl beim Hausbesuch.

Denn einige Patienten werden aggressiv oder gewalttätig. Mehr als 90 Prozent der Ärzte haben so etwas schon erlebt. Ein Selbstverteidigungsseminar für Hausärzte soll helfen.

hausbesuch-108~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647

Samstagnacht, kurz nach eins in der Nähe von München. Vor 20 Minuten meldete die Notfallzentrale eine akute Magen-Darmerkrankung. Die Fahrt führt ins Ungewisse: Seit der Hausarzt Florian Vorderwülbecke vor fünf Jahren während eines Nachtdienstes angegriffen wurde, ist er vorsichtig.

“Ich bin spät nachts zu einem Drogenabhängigen Patienten gerufen worden, der dann relativ schnell im Rahmen der Diskussion, wie es weitergehen soll, ein Messer in der Hand hatte und seinen Willen durchsetzen wollte.” – Florian Vorderwülbecke, Arzt

Mehr als 90 Prozent der Hausärzte haben bereits Aggressionen erlebt. Bei jedem Vierten sei es sogar ein schwerer Zwischenfall gewesen, erklärt Dr. Florian Vorderwülbecke. Damit meint er eine körperliche Attacke, womöglich sogar mit Gegenständen oder Waffen. Vorderwülbecke ist Allgemeinarzt in Deisenhofen bei München und hat die Übergriffe in einer Studie erforscht. Er wollte wissen, wie es dazu kommt, dass Hausärzte mit Waffen bedroht werden. Noch dazu, wenn ein Übergriff –so wie bei ihm vor fünf Jahren – nicht in einem sozialen Brennpunkt, sondern in einem beschaulichen Vorort von München stattfindet. Um Antworten zu finden, hat der Arzt 1500 Kollegen befragt, mit überaschenden Ergebnissen. Damit sich seine Kollegen bei Hausbesuchen sicherer fühlen, entwickelte Florian Vorderwülbecke ein Seminar.


Einen ausführlicheren Text zur Studie und zum Seminar gibt es hier:
Gefahr beim Hausbesuch

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