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Über die Klinge – La Rumba in Bogotá

Bogotá feiert die neue Sicherheit. Wo früher Drogenmafia und Polizei kämpften, ist eine Szene entstanden: schicke Bars, immerwährende gute Laune und Clubs, in denen man sich bei Strobolicht die Haare schneiden lassen kann.

Artikel in der SZ, 24. Jan. 13, bisher leider nicht online.

Frieden auf Erden? Kirche in Kolumbiens Konflikt

Entführungen, Schießereien, Vertreibung: Der Binnenkonflikt in Kolumbien dauert mittlerweile fast 50 Jahre und ist längst nicht gelöst. Vehement für den Frieden setzt sich heute die katholische Kirche Kolumbiens ein: Pfarrer schlichten zwischen Konfliktparteien, Freiwillige engagieren sich für Vertreibungsopfer und Seelsorger begleiten diejenigen, die ihre Waffen abgegeben haben und ein neues Leben beginnen wollen. Doch das war nicht immer so.

Kolumbien sehnt sich nach Frieden. Guerillagruppen kämpfen gegen die Regierung, militärisch organisierte Banden gegen schwerbewaffnete Drogenhändler, das Militär gegen Terroristen. Doch selbst wenn sich die Sicherheitslage seit Jahren verbessert, bestimmt der gewaltsame Konflikt weiterhin das Leben vieler Kolumbianer.

Für die Sendung Nahaufnahme des BR-Hörfunks habe ich in Kolumbien recherchiert, wie sich die Rolle der Kirche in den fünf Jahrzehnten des Konflikts geändert hat, warum Priester in den 60er-Jahren selbst zu den Waffen griffen, sogar als Kämpfer der Guerilla starben, und warum engagierte Kirchenleute noch heute ihr Leben aufs Spiel setzen, wenn sie sich für den Frieden engagieren.

Hier geht`s zur Seite der Sendung: Katholische Kirche in Kolumbien. Dort sind noch einige Bilder meiner Recherche zu sehen und die Sendung kann man sich als Podcast holen.  Hier kommt man direkt zum Audio:

Die katholische Kirche im bewaffnete Konflikt Kolumbiens.

3x live und 1x Aufzeichnung

Am 15. Mai explodierte im Stadtzentrum Bogotás eine Bombe. Der Fernsehsender RCN war mit einem Vierersplitscreen ganz nah dran und zeigte Livebilder vom Ort des Anschlags, die Klinik, in die die Verletzten gebracht wurden, Aufzeichnungen, die direkt nach der Explosion entstanden waren und eine Luftaufnahme von der Universidad Nacional, an der zur gleichen Zeit gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung von Santos demonstriert wurde.

Wie bitte?! misterioso novio?!

Klatschzeitungen braucht es nicht. Muss man nicht lesen. Will man genüsslich ignorieren. Aber: Eine Freundin hat beim Friseur letztens drin geblättert und auf Klatschseite der Klatschzeitung, auf der Seite also, auf der die Gerüchte auch noch offen als solche angekündigt werden, dann auch wirklich was Wahres gefunden: Nämlich dass ich beim kolumbianischen Radiosender Caracol mitgearbeitet habe, Deutscher bin und Florian heiße.

Wichtiges Detail: Was die Überschrift versprochen hatte, war allerdings dann doch nicht so ganz wahr. Eher gar nicht. Absolut und überhaupt. Da stand nämlich: Misterioso novio (Mysteriöser Boyfriend) und daneben ein Foto von Danna Sultana. Aber der Reihe nach.

Zehn Wochen Kolumbien, Journalistenaustausch mit Caracol Radio. Eines der Ziele: Rausfinden wie in Bogotá der Journalismus funktioniert. Wie der Reporter gründelt. Wie der Redakteur werkelt. Und ganz generell: Was so berichtet wird und wie. Nah dran sein halt, wenn Journalismus gemacht wird. Dass der dann allerdings über mich gemacht werden würde, hätte ich nicht gedacht.

TV y Novelas – ein großes, kolumbianisches Fernsehsternchenblatt hatte nämlich im Juni Folgendes unten links auf Seite 12:

„Ronda la Incertidumbre sobre la intenditad de la pareja de Danna Sultana. Misterioso Novio. Mucha curiosidad ha causado la intentidad del novio de la transexual Danna Sultana. De él sólo se conoce que es locutor de Caracol Radio, des estatura baja, rubio y barbado. Las pistas coinciden con un alemán, de nombre Florián, y que está en un programa de intercambio en la emisora, sin embargo, no hay nada confirmado.“

Frei übersetzt heißt das:

„Ungewissheit über die Identität des neuen Partners von Danna Sultana. Mysteriöser Freund. Viel Aufregung hat es kürzlich gegeben, wer denn der neue Freund der Transsexuellen Danna Sultana sein könnte. Über ihn weiß man nur, dass er Moderator bei Caracol Radio ist, dass er klein, blond und bärtig ist. Die Beschreibung passt erstaunlich gut auf einen Deutschen mit dem Namen Florian, der gerade über ein Austauschprogramm bei Caracol ist. Aber: Die Gerüchte sind unbestätigt.“

Gut blond ist in Kolumbien alles, was nicht schwarz-schwarz-scharz ist. Aber klein? Also echt! Und dann noch die Hauptsache: Neuer Freund? Partner? Danna Sultana. Kenn ich nicht mal. Hab ich noch nicht mal gehört. Aber: Mit ihr soll ich zusammen sein – auch wenn es bisher anscheinend unbestätigt ist.

Keine zwei Monate im Land und schon so was. So geht das also mit dem Journalismus in Kolumbien. So arbeiten also die kolumbianischen Kollegen. (Plumper Satz, ich weiß. Alle Journalisten mit denen ich über die Meldung gesprochen habe, haben mir auch versichert, dass bei „TV y Novelas“ gar keine Journalisten arbeiten. Aber irgendwer muss es ja reingeschrieben haben. Vielleicht sollte deshalb nächstes Jahr mal ein IJP-Austauschjournalist zu “TV y Novelas” gehen.)

Schmankerl: Ich hab das natürlich richtig gestellt – von wegen misterioso novio. Mit Lebendbeweis: Wer Lust hat und/oder Spanisch kann: Anhören! Audio bei Caracol “hoy x hoy”
Ach – und jetzt hat das Caracol auch noch selbst online gestellt: und zwar hier.