Notizen

     wtf!? // horrorlandia I          

Montag, 7. Mai 2012

Lecker Bierchen? Nix da! Zumindest nicht fuer mehr als 9.000 Kohleten. Und auch das Alkoholfreie kostet mehr als 7.000. Wobei ist schon klar: Einmal genau hingeschaut und schon sieht man, dass es sich nicht um Dollar handeln kann, sondern dass der Erdinger Dunkel Gerstensaft auf Spanisch angepriesen wird – und der Preis in kolumbianischen Peseten Eindruck schindet.

Aber selbst wenn man dann umrechnet, verfliegt die Lust auf den Heimtrunk: In Bogotá kostet das Erdinger im Supermarkt immerhin an die vier Euro. Hopfige Erfrischung also lieber aus Kolumbien: Dann naemlich Club Colombia, Aguila oder Poker. Oder eines der in Belgien ausgezeichneten Biere der Bogotá Beer Company, der nach Slogan “groessten Kleinbrauerei Bogotás”.

     Santa Fe de Bogotá          

Montag, 7. Mai 2012

Am Start in Kolumbien: Seit dem 1. Mai bin ich in Bogotá. Ich bin dort bis Mitte Juli bei Caracol Radio, einem großen privaten Medienhaus mit mehreren Radiokanälen. Sauber spannend ist das. Doch bevor ich ein wenig von der Arbeit beim Radio erzähle, hier schon mal ein paar Eindrücke ohne viel Worte.

 


In der Calle 62: auf dem Weg zum Radiosender.

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     Schwarmintelligenz vs. Schwarmdummheit          

Freitag, 20. April 2012

Als nach dem Tod von Lena aus Emden ein 17-Jähriger verhaftet wurde, verbreiteten sich über soziale Netzwerke innerhalb von Sekunden persönliche Daten des Verdächtigen. Auf Facebook wurde sich empört, wurde beschuldigt und sich berauscht.

Manche forderten die Todesstrafe, einige wenige zogen sogar bis vor die Polizeiwache, um den Verdächtigen zu lynchen . Doch der 17-Jährige war unschuldig, und muss nun mit den Gerüchten und Verleumdungen leben, die sich über das Netz so rasch verbreiteten.

Auf dem Blog von quer kann man den Clip nachschauen, der zeigt, wie schnell “Schwarmintelligenz” in “Schwarmdummheit” umschlagen kann.

Für den quer-Beitrag habe ich Prof. Armin Nassehi, Soziologe an der LMU München, interviewt. Er meint, dass Emden ein Extremfall ist, der zeigt, dass das Medium Internet an sich unverdächtig ist. Unsere Praxis aber, unser Umgang mit den sozialen Netzwerken, ist keineswegs so unverdächtig:

“An den Fall in Emden kann man auch sehen, dass Schwärme Dinge tun, die wir womöglich nicht so gerne sehen würden: Wenn man etwa daran denkt, dass das Internet auch ein Pranger sein kann, an dem man die Existenz von Personen zerstören kann. Die Schwelle der Peinlichkeit, sozusagen etwas Schlechtes über jemanden zu sagen, sinkt im Netz dadurch, dass man nur noch Teil eines Schwarms ist und kein Individuum, das vor einem Gegenüber steht und womöglich gerade stehen muss für etwas, das man sagt.”

Daniel Leisegang schreibt in einem lesenswerten Text auf Carta ebenfalls über den Fall in Emden: die digitale Gestapo. Leisegang fordert, dass die Nutzer auch im Internet Verantwortung für die Folgen ihrer Handlungen übernehmen müssen.

“Diese Verantwortung fällt inzwischen für jeden Einzelnen jedoch weit größer aus als noch vor wenigen Jahren – auch, weil wir heute mehr öffentlich kommunizieren. Entscheidend ist aber, dass digitale Informationen innerhalb von Sekunden viele Millionen Menschen erreichen können.”

Denn das ist nicht mehr irgendeine Netzgemeinde, die da auf Facebook kommuniziert, sondern es sind alle, die  im Netz unterwegs sind – und das sind mittlerweile eben eine ganze Menge Leute.

     #occupy_münchen?!          

Donnerstag, 19. April 2012

Occupy war mal ganz groß: Vor allem in den USA – aber auch in Spanien wurde vorher schon mächtig gezeltelt und geausschusst und geredet. In Frankfurt harren immer noch ein paar Leute im Occupy-Camp an der Europäischen Zentralbank aus (die Stadt will das auch weiter so lassen).

Und in den USA soll es zumindest demnächst wieder losgehen. Nur in Bayern hat es bis heute nicht geklappt – egal was hinter dem occupy-meme stand. Occupy München legt jetzt zumindest aber mal vor: ganz weit im Münchner Norden.

The beginning, the return oder das traurige Ende von occupy München?!

Die SZ hat vor kurzem übrigens mal wieder über die Occupy-Bewegung in den USA geschreiben. Über die 99 percent dort, wo die USA am elitärsten und am kadrigsten und am hochfinanzigsten sind: in Harvard. Klausurvorbereitungen können warten, die Revolution nicht.

     Streitobjekte III: Die 3. Startbahn          

Samstag, 14. April 2012

Darüber streiten also die Münchner: Startbahnen. Und darum geht`s dann: um Flugbewegungszahlen, Auslastung, Kapazitätsgrenzen, aber auch um Gewinnstreben, Wettbewerbsfähigkeit und Heimat. Und: Es geht um noch viel mehr.

Jeder, Gegner und Befürworter, Münchner und Münchner Umländer, meint die besseren Argumente zu haben. Dafür werden dann Bilanzen und Berechnungen herangezogen und herumgebogen. Im Juni werden die Münchner in einem Bürgerbegehren über die 3. Startbahn abstimmen. Stimmung für den Betonstreifen wird jetzt schon gemacht. Und weil die einen viel mehr Geld haben als die anderen, nehmen beide – Startbahngegner und Flughafenausbauer – eben dieselben Plakate.

 

     Streitobjekte II: Der Biber in der freien Natur          

Samstag, 14. April 2012

Darüber streiten also Landkreise: Biber. Weil der sich so wohl fühlt in Bayern, vermehrt er sich hier auch besonders schnell. Das Ergebnis: Verbiss, verstopfte Abflussrohe, Biber-WGs in Kanälen, angefressene Holzzäune, umstürzende Bäume, überschwemmte Wiesen und verschüchterte Spaziergänger, die den Biberbiss fürchten. Der Biber wird ja nicht ohne Grund auch Wildsau des Wassers genannt.

Damit die Angst und das Zittern, das Überfluten und Verwüsten endlich wieder aufhören und weil eine Sau einfach nichts im Fluss zu suchen hat, wird der Biber jetzt abgeschossen (zumindest in machen Gemeinden). Ganz wie die Wildsäue im Wald eben auch.

     Nachtrag: L wie Leetspeak          

Donnerstag, 12. April 2012

Das Gegenteil von lame ist leet. Und wer zeigen will, dass er schon vor Smartphone und Datenflatrate im Netz zu Hause war, der schreibt das so in den Chat: „1337 n07 14m3“ (leet not lame).

Das sieht dann ein wenig so aus, als hätte sich die Matrix ins Alphabet gefressen, heißt aber Leetspeak. Was das ist und warum es die Piraten im Wahlkampf als 31337kultur auf ihre Plakate schreiben, das erkläre ich im Netzlexikon: L wie Leetspeak. Ganz kurz auch hier: Leetspeak ist Netzjargon, ein alternatives Alphabet. Buchstaben werden dabei durch  Zahlen und Zeichen ersetzt. Leet – vom englische elite – schreibt man dann so: 3 (für das “E”), 1 (für das “L”) 7 (für das “T”):

Was nicht mehr ins Netzlexikon reingepasst hat: Die numerische Entsprechung von Leet ist, wie könnte es anders sein, natürlich auch noch eine Primzahl. Und zwar die 3379ste. Außerdem ist die Zahl der Port auf dem das Fernwartungstool und Hintertür-Aufschaltprogramm “back orifice” sich standardmaessig connected. Leetspeak fanden die programmentwickelnden Hacker des Cult of the Dead Cow damals wohl richtig lustig.

n0ch nich7 g3nug? Wer sich die komplett-mögliche Verschlüsselung eines Textes ansehen will, der kann hier den Leetspeak-Generator ausprobieren.

     “Krieg und Alltag schließen sich nicht aus”          

Mittwoch, 11. April 2012

Junge Afghanen wachsen zwischen Krieg und Elend auf – diesen Eindruck hat man, wenn man die Nachrichten verfolgt, sagt Filmemacher Martin Gerner. Sein Dokumentarfilm “Generation Kunduz” zeigt, wie es wirklich ist.

www.generation-kunduz.de

“Krieg und Alltag schließen sich nicht aus”, sagt der Journalist und Dokumentarfilmer Martin Gerner im Interview. Mit seinem Film ist er gerade auf Deutschlandtour. Die Tourdaten von “Generation Kunduz” gibt es hier: generation-kunduz.de

     nach dem auf#Regener I          

Sonntag, 1. April 2012

Erst wettert Sven Regener, Frontman von Element of Crime und Autor von Herr Lehmann, im Zündfunk gegen Urheberrechtsgegner: “Es wird so getan, als ob Kunst ein exzentrisches Hobby sei. Und das Rumgetrampel darauf, dass wir uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde genommen nichts anderes, als dass man uns ins Gesicht pinkelt.”

Dann wettert das Netz zurück – auf Netzpolitik.org: “Inhaltlich so dünne und teils schlicht falsch liegende Anwürfe wie der von Sven Regener sind kein Beitrag zur Debatte, sondern offenbaren die Hilflosigkeit einer Künstlergeneration, die die Welt nicht mehr versteht und sich zwecks Welterklärung offenbar instinktiv an die guten alten Institutionen wendet.”

Dann schreibt Thorsten Schmitz in der SZ eine wenig aufschlussreiche Seite Drei über das vieldebattierte Urheberrecht: Dieser Beitrag ist leider nicht online verfügbar,  es gab ihn aber am 31.3. im Print u.a. mit Infos von einem nicht namentlich genannten Musiker und dem namentlich genannten Veranstalter Marek Lieberberg.

Und dann berichtet Berlin direkt über die in der gesamten Debatte Vieldiskutierten, die Urheberrechtsentrechter, die Piraten, und untermalt den Beitrag mit … Tusch: Element of Crime: hier zu sehen bei “Update für die Demokratie?” im zweiten Drittel des Beitrags. Wenn der GEMA-Zettel fehlerfrei ausgefüllt wird, gibt`s dafür auf jeden Fall erstmal Kohle – auch für Sven Regener. Piraten hin oder her.

     Lucha Libre: So gut schmeckt Bad Taste          

Donnerstag, 15. März 2012

Trashig, schnell und mitreißend – wer spannendes Wrestling sehen will, muss nicht in die USA, sondern in den Tempel der Luchadores: in die Arena México.

Für den SZ-Reiseteil habe ich über Wrestling in Mexio geschrieben. Das wirklich einen Besuch lohnt: Denn in Mexiko wird graziler gerungen als man das aus dem Fernsehen kennt: Es gibt weniger Schläge und Tritte, dafür mehr Flugeinlagen, Salti und Akrobatik. Lucha libre gleicht mehr einem Tanzwettbewerb als einem Wettkampf im Gewichtheben Die Choreographie aus Würfen, Sprüngen und Klammergriffen ist komplex und das Publikum anspruchsvoll.

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